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15. Dezember. Lichtenau.

Feuerwehrhaus für zwei Dörfer. Neubau und Straße sollen zwischen Atteln und Henglarn entstehen.


Atteln / Henglarn: Atteln und Henglarn bekommen ein gemeinsames Feuerwehrhaus. Zugleich soll eine neue Straße entstehen, über die unter anderem der Anlieferverkehr für die Biogasanlage am Paddelteich fahren soll. Über den Stand der Planungen haben sich jetzt die Mitglieder des Bauausschusses informiert.
Entstehen soll der Neubau westlich neben der Gärtnerei Mathia, also am Ortausgang Atteln in Richtung Henglarn. Das entsprechende Grundstück hat die Stadt Lichtenau bereits gekauft.

In Absprache mit der Feuerwehrleitung und Vertretern der Löschgruppen der beiden benachbarten Ortsteile sei inzwischen der genaue Raumbedarf für Gruppen-, Versammlungs-, Umkleide- und Lagerräume ermittelt worden, erläuterte Bürgermeister Josef Hartmann im Ausschuss. Die Architekten-Pläne seien zurzeit in Arbeit und sollten im Januar im Feuerwehrausschuss vorgestellt werden. Noch steht nicht fest, ob das Gebäude ein- oder zweigeschossig sein wird. Das hängt auch von der notwendigen Anzahl von Parkplätzen ab.

Weil die Planungen schon länger laufen, ist der Neubau bereits im Haushalt für dieses Jahr mit 1,4 Millionen Euro veranschlagt. Das Geld soll ins Jahr 2018 übernommen werden, doch es wird nach Einschätzung der Verwaltung nicht ausreichen. So soll im Haushalt 2018 eine Verpflichtungsermächtigung für das Jahr 2019 in Höhe von weiteren 600.000 Euro eingeplant werden. Zuschüsse in Höhe von 536.000 Euro gibt es vom Land.

Erschlossen werden soll das Gemeinschafts-Feuerwehrhaus von der Finkestraße (Landstraße 818) aus. Geplant ist, von der Erschließung eine neue Straße abzweigen zu lassen, die zum Weg Am Paddelteich und zur dortigen Biogasanlage führt. So müsste der Zulieferverkehr nicht mehr wie bisher über den kleinen Weg mit Bogenbrücke zwischen Ortsdurchfahrt und Am Paddelteich fahren, was vielen Dorfbewohnern aus Sicherheitserwägungen schon lange ein Dorn im Auge ist.
Die Straße, so rechnete Planer Markus Rustemeier vor, solle 372.149 Euro kosten. 178.172 Euro entfallen dabei auf den eigentlichen Weg, 74.047 Euro auf Anschluss und Rampe zur Landstraße 818 hin. Mit 119.930 Euro schlägt eine knapp neun Meter lange Brücke über die Altenau zu Buche. Die Kreuzungsbereiche sollen jeweils acht Meter breit ausgebaut werden, damit Laster, landwirtschaftliche Maschinen und die Fahrzeuge der Feuerwehr Platz genug haben. Der Weg selbst wird vier Meter breit. Um Schwierigkeiten im Begegnungsverkehr zu vermeiden, ist eine seitliche Haltebucht vorgesehen.

Die geotechnische Erkundung des Baugrundes habe ergeben, dass sowohl das Gebäude als auch die Straße auf sehr weichem Boden errichtet werden sollen, machte Rustemeier auf eine Schwierigkeit aufmerksam. Um eine stabile Straße zu bauen, werde es deshalb nötig sein, den Boden zunächst zu befestigen. Dazu werde er auf 30 Zentimeter Tiefe aufgefräst, mit einer Kalk-Zement-Mischung befüllt und dann verdichtet. Das Verfahren habe sich schon an anderer Stelle bewährt und sei nicht teuer, weil kein Bodenaustausch stattfinden müsse.
Straße und Grundstück für den Neubau liegen teilweise in einem Überschwemmungsgebiet, wofür der Kreis aber eine wasserrechtliche Ausnahmegenehmigung erteilt hat. Die gesetzlichen Vorgaben würden eingehalten, betonte Rustemeier. Die Straße liege hoch genug, um auch bei einem 100-jährigen Hochwasser nicht überschwemmt zu werden.

Bericht: Westfälisches Volksblatt von Hanne Hagelgans