ABC-Einheit Kreis Paderborn

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Die Gefahrenabwehr im ABC-Einsatz stellt besondere Herausforderungen an die Feuerwehren dar. Aufgrund des vorhandenen Gefahrenpotenzials in den Industrie- und Gewerbebetrieben und durch den Transport gefährlicher Güter über Land, müssen sich die Feuerwehren auch diesen Herausforderungen stellen.
Lag die Kompetenz der Gefahrenabwehr im ABC-Bereich bislang vor allem bei den Feuerwehren Delbrück und Paderborn, so wird die neue ABC-Einheit, die rund 180 Feuerwehrleute umfassen wird, auf ein breiteres Fundament gestellt.

 

Während sich die Feuerwehr Delbrück weiterhin vor allem um die Entgiftung (Dekontamination) von Personal und Verletzten kümmern wird und gemeinsam mit Kräften der Feuerwehr Paderborn Gefahren misst und erkundet, kommen die Bereiche Gefahrenabwehr und die Dekontamination von Geräten hinzu. Für den Bereich Gefahrenabwehr, die über die Leistungsfähigkeit der einzelnen Kommunen hinausgeht, sind künftig Kräfte der Feuerwehren in Büren und Bad Wünnenberg zuständig, und die Feuerwehren Bad Lippspringe und Büren übernehmen die Warnung der Bevölkerung – nicht nur bei ABC-Gefahren. Die Standorte orientieren sich vor allem an den Autobahnen und Bundesstraßen, über die täglich viele hundert Gefahrguttrabsporte rollen.

Die Leitung der ABC-Einheiten übernimmt Matthias Strunz (Delbrück), der bereits auf 15-jährige Erfahrung bei der Feuerwehr Delbrück in diesem Bereich bauen kann. Strunz‘ Stellvertreter ist Lothar Mühlbrandt, ebenfalls aus Delbrück. Unterstützt wird die Führungsriege durch die beiden Fachberater Jan-Uve Walter und Rainer Gutknecht. Einheitsführer Gefahrenabwehr ist Marcus Siekaup, Messen und Erkunden: Benedikt Schmertmann, Dekontamination P und V: Maik Sellemerten und Warnen: Christian Hoffbauer.

Den Bereich Erkunden und Messen teilen sich die Feuerwehren Delbrück und Paderborn. In Delbrück sind zwei ABC-Erkundungskraftwagen stationiert. Bei der Feuerwehr Paderborn gibt es seit 1994 die Schnelleinsatzgruppe (SEG) Messen. Dessen Messzug besteht aus fünf Fahrzeugen, darunter der Gerätewagen Messtechnik (Gw-Mess).

Im Bereich Dekontamination besitzt die Einheit einen Abrollbehälter V-Dekon 50, der auf einem Wechselladerfahrzeug verlastet ist. Das bei der Kreisfeuerwehrzentrale stationierte Fahrzeug wird idealerweise in Verbindung mit dem Abrollbehälter BHP-50 für die Einrichtung eines Behandlungsplatzes für 50 Personen kombiniert, die dann entsprechend entgiftet und anschließend medizinisch betreut werden können. Erforderlich sind dafür rund 5.000 Quadratmeter Fläche.

Zwei Gerätewagen Dekon P dienen zur Entgiftung von Einsatzkräften, die sich innerhalb abgesperrten Gefahrenbereichs bewegt haben. Bei Verlassen dieses Bereichs müssen die Kräfte dekontaminiert werden, um sich und andere Personen nicht durch Verschleppung von Gefahrstoffen zu gefährden. Während die sechsköpfige Besatzung in einer Doppelkabine Platz findet, ist die Ausstattung auf einem Lkw mit Ladebordwand verlastet. Die Anlage besteht aus einem Duschzelt mit anschließenden Aus- und Ankleidezelten. Zur Grobreinigung von Personal in Chemikalienschutzanzügen steht eine kleine Einpersonen-Duschkabine zur Verfügung. Frisch- und Abwasserbehälter stehen ebenfalls zur Verfügung. Zwei dieser Fahrzeuge sind in Delbrück und Bad Wünnenberg stationiert. Ein Löschfahrzeug 10 für den Katastrophenschutz ist bei der Feuerwehr Delbrück in Bentfeld stationiert. In der Planung ein neues Einsatzleitfahrzeug, für das 100.000 Euro im Haushalt bereitstehen. Für den Bereich Dekon G, der Entgiftung von Material und Geräten, ist zurzeit ein Landes-Fahrzeugkonzept in Arbeit. Sobald die Rahmenbedungen geklärt sind, wird auch diese Teileinheit im Kreis Paderborn aufgestellt.

 

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