16. Mai. Hövelhof.

Gerätehaus ist nicht zu retten. Sennewehr bekommt für 5,7 Millionen Euro neues Domizil am alten Standort.
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Hövelhof (WV). Das Hövelhofer Feuerwehrgerätehaus ist nicht zu retten: Untersuchungen haben ergeben, dass es nicht so umgebaut werden kann, dass es aktuellen Richtlinien entspricht. Konsequenz: Das Gebäude am Alten Markt soll komplett abgerissen und für geschätzt 5,7 Millionen Euro am gleichen Standort neu gebaut werden.
Wilhelm Tigges vom Büro „Planungsgruppe K“ und selbst langjähriger Feuerwehrmann hat am Donnerstagabend im Haupt- und Finanzausschuss die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie und Überlegungen eines Arbeitskreises, bestehend aus Verwaltungsmitarbeitern und Vertretern der Hövelhofer Feuerwehr, vorgestellt. Viele Aspekte im Altbau seien so „nicht mehr zulässig, wenn da mal was passiert, schlägt die Haftung durch bis zum Bürgermeister“, sieht Tigges dringenden Handlungsbedarf: „Eigentlich geht das so gar nicht mehr.“

Das alte Gerätehaus besteht aus zwei Teilen, einer wurde in den 1950er, der andere in den 1980er Jahren erbaut. Den Standort am Alten Markt sehen Planer und Feuerwehr als ideal an, das Gebäude aber verdient diese Bezeichnung schon lange nicht mehr. Derzeit ziehen sich die Feuerwehrleute in der Fahrzeughalle direkt hinter den Feuerwehrautos um, nach Geschlechtern getrennte Umkleiden gibt es nicht. Darüber hinaus entspricht die Durchfahrtshöhe der Fahrzeughalle mit 3,76 Metern bei Weitem nicht mehr den Anforderungen – 4,5 Meter müssen es mindestens sein. Auch die derzeitige Stellplatzgröße für die Einsatzfahrzeuge sei für das alte Gerätehaus „ein K.O.-Kriterium“. Es fehlt an sanitären Einrichtungen, Schulungs- und Gruppenräumen. „Es gibt nicht mal eine Notstromversorgung“, sagte Tigges.

Um am bisherigen Standort etwas mehr Platz zu haben, hat die Gemeinde das Areal zwischen Kirchstraße und Gerätehaus, auf dem heute private Garagen stehen, dazu gekauft. Für einen Neubau wurden mehrere Varianten geprüft und wieder verworfen, unter anderem, weil eine Ausfahrt der Einsatzfahrzeuge nach hinten heraus aus Lärmschutzgründen nicht möglich ist. Das Ausrücken muss daher weiterhin über die Straße Alter Markt erfolgen.
Bei der letztlich vorgestellten Wunschvariante habe man, so Wilhelm Tigges, „das bestmögliche aus dem Grundstück herausgeholt“. Diese Variante sieht einen Komplettabriss auch des neueren Gebäudeteils vor: „Auch, weil wir nicht wissen, ob dort Schadstoffe verbaut wurden. Wenn so etwas dort gefunden würde, ginge allein die Sanierung in die Millionen“, sagte Tigges. Der Neubauplan sieht nun eine Fahrzeughalle mit neun Stellplätzen für Einsatzfahrzeuge und einem Waschplatz zum Alten Markt hin vor sowie weitere Lagermöglichkeiten und Umkleiden im Bereich hinter der Fahrzeughalle. Zudem entstehen über den Umkleiden weitere zwei Stockwerke mit Schulungs- und Verwaltungsräumen sowie einer Einliegerwohnung. Das geplante neue Baugebiet dahinter würde durch eine etwa drei Meter hohe Lärmschutzwand abgeschirmt.
Während der Abriss- und Bauphase müsste sich die Feuerwehr mit Containerlösungen behelfen. Was jetzt vorliegt, sei eine „sehr frühe Vorentwurfsplanung“, sagte Wilhelm Tigges. Lena Kipshagen aus dem Bauamt ergänzte, die nächsten Schritte seien die Genehmigungsplanung, die Vorlage des Bauantrages beim Kreis und eine EU-weite Ausschreibung. Wilhelm Tigges schätzte die erforderliche Planungs- und Bauzeit auf zwei Jahre. Die neue Feuerwehrleitung, die übers Internet in der Sitzung dazugeschaltet war, begrüßte die Planungen.

 

Quelle: Westfälisches Volksblatt von Meike Oblau