28. Juli. Hövelhof Staumühle.

Phosphorgeruch: Kampfmittelräumdienst an JVA Staumühle im Einsatz. Ein Großaufgebot von Feuerwehrkräften aus Hövelhof, Delbrück und Paderborn ist am Dienstag auf dem Gelände der Justizvollzugsanstalt im Hövelhofer Ortsteil Staumühle im Einsatz gewesen.

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Hövelhof: Die Feuerwehr wurde um 17 Uhr alarmiert, weil dort Gasgeruch festgestellt worden war. Da aber die Vermutung aufkam, dass es um Phosphorgeruch handeln soll, wurde der Kampfmittelräumdienst verständigt, der um 20 Uhr eintraf. Wie die Polizei mitteilte, bestand der Verdacht, dass auf dem Gelände der JVA bei Bauarbeiten Kampfmittel angebohrt worden sind. Ein Bagger war mit der Schaufel auf einen Gegenstand gestoßen und es strömte ein gasähnliches Gemisch heraus. 
 
Sechs Personen wurden vorsorglich ins Krankenhaus eingeliefert. Anwohner einer nahe gelegenen Siedlung mussten zwischenzeitlich ihre Häuser verlassen. Im Umkreis von 300 Metern wurde der Bereich abgesperrt. Das Ordnungsamt war vor Ort. Der Einsatz war bei Redaktionsschluss noch nicht beendet. Die JVA liegt am Rande des Truppenübungsplatzes Senne. Dort verbüßen etwa 100 Jugendliche ihre Strafen, knapp 150 Angestellte sind in der JVA beschäftigt. wip/Foto: Schwabe
 

Westfälisches Volksblatt

 
 Kampfmittel müssen näher untersucht werden
Großeinsatz an der JVA in Staumühle: Fundstücke stammen wohl aus dem Ersten Weltkrieg
Staumühle (WV). Der Großeinsatz in Staumühle am Dienstagabend ist glimpflich ausgegangen. Nachdem ein Bagger auf dem Gelände der JVA auf Kampfmittel gestoßen war, war ein noch unbekanntes Gas ausgeströmt. Sechs Arbeiter, die vorsorglich ins Krankenhaus gebracht wurden, konnten die Klinik inzwischen wieder verlassen. Unklar ist hingegen immer noch, was genau die Kampfmittel enthielten, auf die der Bagger gestoßen war.
„Wir vermuten, dass es Kampfmittel aus dem Ersten Weltkrieg sind“, sagte die Hövelhofer Bürgeramtsleiterin Petra Schäfers-Schlichting im Gespräch mit dem WV. „Der Bagger hat ein Tongefäß beschädigt, es entwickelte sich Gasgeruch. Bei der anschließenden Bergung wurde noch ein zweites, gleichartiges Gefäß gefunden, das unbeschädigt war.“ Die Untersuchung könne nach Auskunft des Kampfmittelräumdienstes noch ein paar Tage dauern. Die Bauarbeiten auf dem JVA-Gelände wurden vorsichtshalber unterbrochen. „Bis auf Weiteres sollen dort erst einmal keine Erdarbeiten mehr stattfinden, die Umgebung soll präventiv genauer untersucht werden“, sagte Schäfers-Schlichting.
Neben der Feuerwehr, der Polizei, dem Ordnungsamt und dem ABC-Zug der Kreisfeuerwehr seien auch der Rettungsdienst, das Hövelhofer DRK und das THW im Einsatz gewesen. „Wir haben dann den Kampfmittelräumdienst, der der Bezirksregierung Arnsberg unterstellt ist, alarmiert, der aus Hagen anrückte. Zusätzlich kam noch eine analytische Task Force für chemische Stoffe aus Dortmund hinzu“, sagte die Bürgeramtsleiterin. Zunächst habe man als erste Vorsichtsmaßnahme den Bereich relativ weiträumig abgesperrt, was zur Folge hatte, dass auch einige Anwohner der Birkenheide vorübergehend ihre Häuser verlassen mussten. Die JVA selbst war von den Evakuierungsmaßnahmen nicht betroffen, und auch die Anwohner konnten schon nach kurzer Zeit in ihre Häuser zurückkehren.
Der Einsatz selbst zog sich hin bis 4 Uhr nachts. Die beiden gefundenen Kampfmittel wurden abtransportiert und werden nun näher untersucht. Das entwichene Gas habe bei den Arbeitern, die sich in der Nähe des Baggerlochs aufgehalten hatten, zu Reizungen der Augen und Schleimhäute geführt, so dass sie vorsorglich ins Krankenhaus kamen. „Nach Angaben ihres Vorarbeiters geht es aber allen wieder gut“, sagte Petra Schäfers-Schlichting. Die Baustelle befindet sich im Sicherheitsbereich der JVA. Hier sitzen etwa 100 jugendliche Insassen ihre Strafen ab, knapp 150 Angestellte sind in der Anstalt beschäftigt. Vor vier Wochen war nahe der JVA bereits eine Mörsergranate gefunden und ebenfalls vom Kampfmittelräumdienst entschärft worden.