Dachstuhl in Flammen. Sechs Bewohner retten sich unverletzt ins Freie – hoher Sachschaden.{gallery}news/2015/150411h1{/gallery}
Hövelhof(WV). Einen Brand in Hövelhof haben alle Bewohner des Hauses unverletzt überstanden. Allerdings ist das Haus derzeit nicht mehr bewohnbar.
Immer wieder loderten Flammen aus dem Dachstuhl des schmucken Zweifamilienhauses an der Zieglerstraße im Hövelhofer Gewerbegebiet. Glücklicherweise konnten sich die sechs Bewohner zwischen sieben und 67 Jahren selber ins Freie retten. Der Dachstuhl brannte jedoch weitgehend aus. Die Suche nach der Brandursache haben die Spezialisten der Kriminalpolizei übernommen. Um 15.18 Uhr heulten am Samstag Nachmittag in Hövelhof die Sirenen und riefen die Feuerwehr zum Einsatz. Weithin sichtbar hüllte eine große Rauchwolke das etwa 10 mal 20 Meter große Zweifamilienwohnhaus ein.
»Eine Bewohnerin hatte im Laufe des Nachmittags verdächtiges Knacken an einem Schornstein wahrgenommen und geistesgegenwärtig alle Mitwohner verständigt. Unverzüglich wurde daraufhin die Feuerwehr alarmiert«, berichtete ein Polizeibeamter an der Einsatzstelle. Ein Sohn der Familie hatte zunächst eigene Löschversuche unternommen, sich aber rechtzeitig zurückgezogen. Der Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung bestätigte sich nach notärztlicher Untersuchung nicht. Für die Feuerwehr gestaltete sich der Einsatz schwierig, nicht nur weil einige Einsatzkräfte beim Mofarennen in Espeln gebunden waren, sondern auch weil der gesamte Dachstuhl drohte durchzuzünden. Zwischen einem Schornstein und einem großen Erker schlugen die Flammen schon aus dem Dach.
»Bei Eintreffen drang dichter Rauch aus dem gesamten Dachstuhl. Wir haben sofort im Innenangriff mit zwei Trupps unter Atemschutz die Brandbekämpfung aufgenommen«, sagte Einsatzleiter Peter Kesselmeier.
Unterdessen wurde die Drehleiter in Stellung gebracht, und von Steckleitern aus rückten weitere Feuerwehrkräfte dem Brandherd zu Leibe. Sie öffneten schnell das Dach, damit die Hitze entweichen konnte. So konnte schließlich das Durchzünden des gesamten Dachstuhls verhindert werden. Allerdings brannten weite Bereich des Dachstuhls aus. Das Wohnhaus ist zurzeit nicht bewohnbar. Die Bewohner konnten vorerst bei in unmittelbarer Nachbarschaft wohnenden Familienangehörigen unterkommen.{gallery}news/2015/150411h2{/gallery}
Das Löschwasser für den langwierigen Einsatz wurde aus Hydranten im Gewerbegebiet sowie aus dem angrenzenden Krollbach entnommen. Insgesamt kamen 20 Atemschutzgeräteträger zum Einsatz, so dass auch der Abrollcontainer Atemschutz von der Kreisfeuerwehrzentrale angefordert wurde. Die Feuerwehr konnte den Einsatz gegen 18 Uhr beenden. Vorsorglich beließ Wehrführer Peter Kesselmeier allerdings eine Brandsicherheitswache über Nacht an dem Gebäude.
Die Schadenshöhe am Dachstuhl sowie an dem Gebäude könnte sich auf eine sechsstellige Summe belaufen. In wieweit ein erst vor wenigen Wochen aufgestellter Kaminofen für den Brand ursächlich ist, prüfen die Spezialisten der Kriminalpolizei, die noch am Samstag die Ermittlungen zur Brandursache aufnahmen. Konkrete Ergebnisse liegen aber noch nicht vor. Noch am Abend sicherten Hövelhofer Handwerksbetriebe das Dach gegen Regen.
Westfälisches Volksblatt von Axel Langer