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30. Mai. Kreis Paderborn.

„Dieses System kann sogar Leben retten“ 846 Notfallaufkleber auf Radroutenschildern weisen Rettungskräften den Weg.
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Kreis Paderborn: Seit Herbst 2012 sind auch die Radrouten im Kreis Paderborn komplett mit der NRW-Radwegebeschilderung (rote Schrift auf weißem Grund) gekennzeichnet. Die rechteckigen Schilder weisen in der Regel auf die nächste Nachbargemeinde als Fernziel sowie auf dazwischen liegende Orte als Nahziele hin. Jedes dieser Schilder hat eine eigene Pfostennummer.

Was liegt da näher, als diese individuelle Nummer im Notfall den Rettungskräften durchzugeben, um zielgenau und schnellstmöglich gefunden zu werden? Genauso so funktioniert das neue Radroutennotrufsystem. „Wir haben schlicht auf die bestehenden Schilder des Radverkehrsnetzes NRW draufgesattelt“, erläutert Franz-Josef Fichna, Fahrradbeauftragter des Kreises Paderborn. Die Lösung sei kostengünstig und effektiv zugleich.

Derzeit werden 846 Pfosten der Radroutenwegweiser mit leuchtend roten Banderolen beklebt. Darauf steht, wie man Hilfe bekommt: Einfach die 112 wählen und die Pfostennummer durchgeben. Auf dem Aufkleber befindet sich zudem ein Hinweis, an welchem Ort man sich gerade befindet. Die Daten dieser 846 Schilder sind im Leitstellenrechner der Kreisfeuerwehrzentrale in Büren-Ahden hinterlegt. „Ich bin überzeugt davon, dass dieses System sogar Leben retten kann“, sagt Landrat Manfred Müller.

Fichna ist viel mit dem Rad unterwegs und weiß, dass insbesondere auch die Generation 50+ gern mit Pedelecs oder E-Bikes die Routen des Kreises Paderborn erkundet und dabei oft weite Strecken zurücklegt. Einige der ausgeschilderten Radrouten führen über unbefestigte Feld- und Waldwege. „Was passiert eigentlich, wenn man an diesen Stellen stürzt und sich verletzt. Wie kann man da gefunden werden“, fragte sich Fichna. Er wandte sich an die Steuerungsgruppe des Radverkehrsnetzes NRW.

Über das Stadt und Verkehrsplanungsbüro Dr. Kaulen in Aachen wurden die digitalen Daten des Netzes dem Kreis Paderborn zur Verfügung gestellt und in den Leitstellenrechner der Kreisfeuerwehrzentrale in Büren-Ahden eingepflegt. Mit Hilfe der Pfostennummer erkennt der Disponent, wo genau der Verunglückte sich aufhält. Rettungswagen oder auch Notarzt können somit punktgenau zum Unglücksort geschickt werden.
Mit Unterstützung der Initiative für Radfahrer in Paderborn und der Mitglieder der Ortsgruppe Paderborn des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e.V.) konnte Fichna in den vergangenen Wochen bereits etliche Aufkleber an den Wegweisern in den Städten und Gemeinden des Kreises Paderborn anbringen. Im Stadtgebiet Delbrück waren bereits im April vergangenen Jahres Notrufschilder an Radwegen installiert worden. Pünktlich zu Beginn der Fahrradsaison kann es jetzt losgehen. Die Touristikzentrale Paderborner Land hat auf ihren Internetseiten unter www.paderborner-land.de viele Informationen zu Radtouren zusammengestellt, auf denen die vielen Sehenswürdigkeiten, Städte und Landschaften des Kreises Paderborn entdeckt werden können.

Foto: Mehr Sicherheit für Radfahrer: Franz-Josef Fichna, Fahrradbeauftragter für den Kreis Paderborn, Landrat Manfred Müller, Marc Hammerstein, Leiter der Kreisleitstelle, stellen das neue Radroutennotrufsystem für den Kreis Paderborn vor.

Bericht: Kreis Paderborn