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29. September. Delbrück Boke.

Ein Lkw-Fahrer ist in Boke mit seinem Fahrzeug von einer Brücke in die Lippe gestürzt. Nach Angaben der Polizei war der Mann am Dienstagmorgen aus bislang ungeklärter Ursache mit seinem Lkw von der Boker Straße abgekommen, als er auf einer Brücke unterwegs war.{gallery}news/2020/200930db1{/gallery}

 

Delbrück-Boke (WB). „Der Fahrer hat einen Schutzengel gehabt“, sagt Einsatzleiter Johannes Grothoff und blickt von der Brücke in Boke in die Lippe. Dort liegt ein Zwölf-Tonner auf der Seite im Flussbett. Einen solchen Einsatz habe er in 37 Feuerwehrjahren noch nicht erlebt.

Der 46-jährige Lkw-Fahrer zog sich bei dem spektakulären Unfall auf der Landstraße 751 nur leichte Verletzungen zu. Ein 58-jähriger Ersthelfer konnte den Fahrer noch vor Eintreffen der Feuerwehr befreien. Mit einer Drehleiter wurden beide dann wieder auf die Straße gehoben. Am Nachmittag bargen zwei große Autokräne das Lkw-Wrack. Den Gesamtschaden beziffert die Polizei auf rund 50.000 Euro.

 
Gegen 7.35 Uhr befuhr der 46-jährige Lkw-Fahrer mit seinem teilweise mit Backwaren beladenen Mercedes Artego 1221 auf der Boker Straße in Richtung Salzkotten. In Boke geriet der Fahrer aus ungeklärter Ursache in einer leichten Linkskurve nach rechts auf den Randstreifen. Der Lkw fuhr ohne zu bremsen geradeaus weiter, durchbrach das Brückengeländer und stürzte rund fünf Meter tief in die Lippe. Diese führte glücklicherweise nur wenig Wasser. Hier kam der Laster auf der Beifahrerseite zum Liegen.
 
Ein 58-jähriger Fahrer eines tschechischen Handwerkerfahrzeugs wurde Zeuge des Unfalls, hielt an und watete durch das nur knietiefe Wasser. Er kletterte auf die Fahrerkabine, öffnete die Tür und konnte den 46-jährigen, angeschnallten Fahrer noch vor Eintreffen der Feuerwehr befreien. Auf dem Führerhaus betreute der Ersthelfer den 46-Jährigen, bis die Delbrücker Feuerwehr beide mit der Drehleiter auf die Brücke heben konnte. Nach notärztlicher Versorgung wurde der leicht verletzte Lkw-Fahrer in ein Krankenhaus nach Lippstadt gebracht.
 

Zwischenzeitlich hatte die Feuerwehr, die mit rund 60 Einsatzkräften aus Boke, Bentfeld und Delbrück angerückt war, zwei Ölsperren in der Lippe ausgebracht. Glücklicherweise gelangten kaum Betriebsstoffe in den Fluss. Auch ein wenig Diesel konnte mit einer Wanne aufgefangen werden. Für die Bergung des Lkw rückten neben einem Bergungsunternehmen zwei große Autokräne an. Ein 55-Tonnen-Kran unterstützte das Abtragen des demolierten Geländers und bereitete die Fahrzeugbergung vor. Zunächst wurde der Lkw entladen. Am frühen Nachmittag traf dann auch ein 100-Tonnen-Autokran ein. Der Zwölf-Tonner wurde auf die Lippebrücke gehoben und dort vorsichtig aufgerichtet.{gallery}news/2020/200930db2{/gallery}

 
„Glücklicherweise ist die Brückenkonstruktion unbeschädigt geblieben. Wir werden das Geländer kontrolliert abbauen. Parallel organisieren wir gerade eine Gleitwand, um das Geländer provisorisch zu ersetzen“, hatte Wilhelm Schoppmeier, Bauwerksprüfer von Straßen NRW, die Brücke schon am Vormittag in Augenschein genommen und für sicher befunden. Ein Autokran wurde auf dem Mittelpfosten der Brücke platziert, der zweite Autokran blieb vor der Brücke stehen. Nachdem die Bergungsfirma das Geländer abgetragen hatte, konnte die Bergung beginnen. Gegen 15.30 Uhr stand der total beschädigte Lkw wieder auf den Rädern.
 
Aus Oberhausen brachte Straßen NRW eine Gleitwand nach Boke. Diese sichert die Brücke und ersetzt provisorisch das Geländer. Am Abend konnten wieder zwei, allerdings verengte Fahrspuren freigegeben werden. Außerdem darf in dem Gefahrenbereich nur Tempo 30 gefahren werden. „Wir kümmern uns auch um ein neues Geländer“, so Wilhelm Schoppmeier. Wann dieses installiert werde, konnte er nicht sagen. Für die Dauer der Vollsperrung der Boker Straße wurde der Verkehr am Kreisverkehr Mantinghauser Straße/Boker Straße und im Bereich Heitwinkel abgeleitet.
 
Westfälisches Volksblatt von Axel Langer

 

Bericht: Polizei

 
Bei einem Alleinunfall auf der Boker Straße ist am Dienstagmorgen ein Lkw-Fahrer mit seinem 12Tonner von einer Brücke in die Lippe gestürzt und leicht verletzt worden. Die Bergungsarbeiten dauern noch an. 
Gegen 07.30 Uhr fuhr der 46-jährige Fahrer eines teils mit Backwaren beladenen Lastwagens auf der Boker Straße von Delbrück in Richtung Thüle. Kurz vor der Lippebrücke geriet der 12-Tonnen-Lkw aus bisher ungeklärter Ursache nach rechts auf die Bankette. Der Laster durchbrach das Brückengeländer und stürzte in den Flusslauf der Lippe. Das Fahrzeug blieb auf der rechten Seite liegen. Ein nachfolgender Autofahrer (58) hielt an und eilte dem Lkw-Fahrer zur Hilfe. Er watete durch das kniehohe Wasser und kletterte auf das Führerhaus. Die Fahrertür musste nach oben geöffnet werden, um den leicht Verletzten Fahrer aus dem Fahrzeug zu helfen. Auf dem Führerhaus betreute der Ersthelfer den 46-Jährigen, bis die Feuerwehr die Personen mit Hilfe einer Drehleiter auf die Straße holen konnte. Der verletzte Fahrer wurde mit einem Rettungswagen zur ambulanten Behandlung in ein Krankenhaus nach Lippstadt gebracht. Wegen auslaufenden Öls und Kraftstoffs legte die Feuerwehr eine Ölsperre in der Lippe. Die Untere Wasserbehörde wurde eingeschaltet. Von der Ladung des Lkw ging keine weitere Gefahr aus. Für die Bergung des abgestürzten Lastwagens wurden zwei Kräne angefordert. Die Arbeiten dauern noch an (Stand 14.00 Uhr). Sobald das Fahrzeug geborgen ist, muss die Brücke gesichert werden, denn das Brückengeländer ist einseitig völlig zerstört. Die Maßnahmen an der Unfallstelle werden sich voraussichtlich bis in die Abendstunden ziehen. Die Boker Straße bleibt solange zwischen der Einmündung Heitwinkel und dem Kreisverkehr Mantinghauser Straße/Paradiesstraße gesperrt. Der Gesamtschaden wird auf etwa 50.000 Euro geschätzt.