Schwere Schäden an einem mehrgeschossigen Wohngebäude hat ein Großbrand am Freitagvormittag in Altenbeken hinterlassen. Alle drei Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr Altenbeken sind zur Einsatzstelle an der Von-Bodelschwingh-Straße ausgerückt, wo sie bis 12.45 Uhr mit den Löscharbeiten beschäftig waren.
Altenbeken. In dem Wohnhaus nahe der Winterbergstraße ist auch eine private Kindertagesbetreuung untergebracht. Eine Tagesmutter und fünf von ihr betreute Kinder konnten sich rechtzeitig vor den Flammen in Sicherheit bringen. Sie wurden vom Rettungsdienst gesichtet, trugen nach ersten Informationen keine Verletzungen davon und wurden anschließend betreut.
Um 9.45 Uhr alarmierte die Leitstelle des Kreises nach einem Notruf von Mitarbeitern des Altenbekener Bauhofes unter dem Stichwort „Carportbrand“ die Feuerwehr Altenbeken, die umgehend in Richtung der Brandstelle ausrückte. Die Mitarbeiter brachten auch die Kinder, die bei Temperaturen um den Gefrierpunkt ohne Jacken ins Freie geflüchtet waren, kurzerhand in ihrem Fahrzeug unter. Später übernahmen Rettungssanitäter die Betreuung der Kinder und der Tagesmutter.
Bereits auf der Anfahrt wies eine schwarze Rauchwolke der Feuerwehr den Weg in Richtung Sportplatz und Winterbergstraße. Daraufhin ließ Einsatzleiter Sebastian Kaiser, stellvertretender Leiter der Feuerwehr Altenbeken, das Einsatztischwort auf „Dachstuhlbrand“ erhöhen, worauf sämtliche Löschzüge der Gemeinde alarmiert wurden. Aufgrund der Witterungsverhältnisse waren die Löschfahrzeuge und die Drehleiter in der Eggegemeinde noch mit Schneeketten ausgerüstet.
Beim Eintreffen der Feuerwehr stand die gesamte Rückfront des Gebäudes bereits im Vollbrand. Vermutlich war der Brand auf einem rückwärtig umlaufenden Balkon im ersten Obergeschoss ausgebrochen. Rasch schlugen die Flammen an der Gebäuderückseite bis in den Dachstuhl hoch. Auch ein Wohnzimmer brannte aus. Nach Einschätzung Kaisers stand das stark verrauchte Gebäude bereits kurz vor einer explosiven Durchzündung. Angebranntes Kinderspielzeug lag auf dem Erdboden, und der Balkon ist einsturzgefährdet. Im zweiten Obergeschoss auf er Rückseite platzten die Scheiben der Fenster.
Während auf der Von-Bodelschwingh-Straße ein Drehleiterfahrzeug in Stellung gebracht wurde, bekämpften mehrere Trupps unter Atemschutz die Flammen im Innen- und Außenangriff. Trotz des schnellen Löscherfolgs wurde das Gebäude schwer in Mitleidenschaft gezogen und ist nicht mehr bewohnbar.Unterstützt wurde die Altenbekener Feuerwehr durch den Abrollbehälter Atemschutz der Kreisfeuerwehrzentrale, der den Nachschub an Atemschutzgeräten sicherstellte.
Der Rettungsdienst Bad Driburg war mit einem Notarzt und einem Rettungswagen in Altenbeken im Einsatz. Auch Feuerwehrarzt Dirk Osterholz eilte zur Einsatzstelle. Einsatzkräfte kamen nicht zu Schaden. An der Brandstelle wurden die Feuerwehrleute mit heißen Getränken versorgt. Im Bereitstellungsraum an der Winterbergstraße errichtete die Feuerwehr ein Zelt, damit die Kräfte beim Ablegen der Einsatzkleidung vor den Elementen geschützt waren. Zuvor mussten sich die Atemschutzgeräteträger nach ihrem Einsatz auf offener Straße zwischen meterhohen Schneehaufen umkleiden.Nach drei Stunden waren die Flammen gelöscht, und die Einheiten kehrten in ihre Standorte zurück. Die Polizei nahm im Laufe des Tages die Ermittlungen zur Brandursache auf. Der Sachschaden wird auf einen sechsstelligen Betrag geschätzt.
Text und Bilder: Ralph Meyer