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21. März. Salzkotten.

Bei einem Großbrand in einem Bauunternehmen im Gewerbegebiet Berglar sind in der Nacht zu Samstag zwei Lagerhallen zerstört worden. Dabei wurde auch ein Firmenfahrzeug, das in der kleineren Halle untergestellt war, ein Raub der Flammen. In den Morgenstunden begann das Technische Hilfswerk (THW) mit dem Abriss noch stehender Hallenwände. Die Nachlösch- und Aufräumarbeiten dauerten bis in die Mittagsstunden des Samstags.

 

Salzkotten. Um 1.18 Uhr alarmierte die Leitstelle des Kreises die Feuerwehr nach Notrufen von Passanten zunächst noch verhalten. Da war von Flammenschein die Rede, und ein weiterer Anrufer sprach vom „Brand einer Scheune im Bereich Berglar“. Und so rückten die ersten Einsatzkräfte unter dem Stichwort „Feuer 2, unklare Rauchentwicklung“ Richtung Gewerbegebiet nördlich der Bahnstrecke aus.

Als die die ersten Kräfte die bereits in Vollbrand stehenden Lagerhallen erreichten, ließ Einsatzleiterin Sabrina Keuper das Einsatzstichwort sofort auf „Feuer 4, Industriebrand“ erhöhen. Daraufhin rückten neben weiteren Kräften aus der Kernstadt auch die Einheiten aus Scharmede, Thüle, Upsprunge, Verne und Verlar zu dem Großbrand aus. Lediglich die beiden Einheiten aus Niedern- und Oberntudorf „blieben im Stall“ und stellten den Grundschutz für die Stadt sicher.

Auf dem Betriebsgelände standen zwei angrenzende Hallen mit Abmessungen 40 mal 12,5 Meter und 25 mal 8 Meter in Vollbrand. Das Dach war bereits durchgebrannt, und die Flammen loderten ungehindert in den klaren Nachthimmel. Nur der vordere Teil der etwa 500 Quadratmeter messenden großen Halle wurde vom Feuer verschont. Rund 500 Quadratmeter Hallenfläche, die mit Baumaterial, Maschinen und Werkzeugen gefüllt waren, brannten lichterloh. Während des Einsatzes sorgte der Abrollbehälter Atemschutz der Kreisfeuerwehrzentrale für den nötigen Nachschub an Atemflaschen.

Mit mehreren Angriffstrupps unter Atemschutz und aus dem Korb der Drehleiter rückte die Feuerwehr dem ausgedehnten Gebäudebrand zu Leibe. Auch von einem Nachbargrundstück nahmen Einsatzkräfte das Feuer in die Zange. Gegen 2.20 war das Feuer in Gewalt. Um 7.30 Uhr waren die letzten Flammen gelöscht. In den folgenden Stunden spürten die Feuerwehrleute jedoch immer wieder einzelne Glutnester auf, nachdem das Technische Hilfswerk durch das Einreißen der Wände den Zugang erleichtert hatte.

Im frühen Stadium der Löscharbeiten erlitt ein Feuerwehrmann eines Angriffstrupps eine Knieverletzung und wurde ins Krankenhaus eingeliefert, das er bereits nach wenigen Stunden und einer ambulanten Behandlung wieder verlassen konnte. Aufgrund des Alters und der zerstörten Dacheindeckung wollten Tobias Rupprecht, Leiter der Feuerwehr, und sein Stellvertreter Maximilian Thiele nicht ausschließen, dass durch den Brand auch Asbest freigesetzt worden war. In Absprache mit dem diensthabenden Zugführer der ABC-Einheiten wurde das Landesamt für Natur, Landschaft und Klima Nordrhein-Westfalen (LANUK) aus Essen alarmiert, das noch in der Nacht Proben an der Brandstelle zog. Bei der anschließenden Auswertung wurde Asbest nur im unmittelbaren Bereich um die Brandstelle nachgewiesen. Eine Kontamination öffentlicher Bereiche wurde von den Fachleuten ausgeschlossen.

Zur Vorsicht waren alle Einsatzkräfte, die nicht unter Atemschutz tätig waren, mit Filtermasken ausgestattet. Wie üblich wurden dekontaminierte Einsatzbekleidung und Schlauchmaterial noch an der Einsatzstelle gesammelt und getauscht. Eine Dekon-Einheit zur Personenentgiftung unterstützte die Feuerwehrleute. Wegen der schwachen Windintensität und der geringen Rauchentwicklung wurde auf eine Warnung der Bevölkerung über die Warn-Apps verzichtet.

Das DRK aus Salzkotten stellte im DRK-Haus die Verpflegung der Einsatzkräfte sicher. Aus hygienischen Gründen wurden die Einheiten beim DRK und nicht an der Einsatzstelle verpflegt.Die Schadenshöhe wird auf einen mittleren sechsstelligen Betrag geschätzt. Die Polizei hat ihre Ermittlungen zur Bandursache aufgenommen und die Brandstelle beschlagnahmt.

Text und Bilder: Ralph Meyer