Auch der Ortsverband Paderborn der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) will bis 2030 die Vorgaben des Bundes erfüllen und zivilschutztauglich sein.
Paderborn. Dabei werden auch Teile des milliardenschweren Sondervermögens, mit dem das THW, der Zivilschutz-Organisation des Bundes, gestärkt wird, dem Ortsverband zugutekommen, kündigte Sascha Meyer, Leiter der Regionalstelle Arnsberg, bei der Jahreshelferversammlung des Ortsverbandes Paderborn an.In Paderborn wird die Unterkunft des Ortsverbandes an der Senefelder Straße ein neues Dach einschließlich einer Photovoltaikanlage erhalten. Mithilfe eines Batteriespeichers sollen die 244 Helfer des Ortsverbandes dann auch einige Tage autark einsatzfähig sein, wenn es im Krisen- oder Spannungsfall zu einer längeren Blackoutlage kommen sollte, kündigt Ortsverbandsleiter Christoph Wiegand an.
Von den 244 Helfern sind 232 zum Einsatz befähigt. Neben 195 Helferinnen und Helfern gehören dem Ortsverband auf der Nachwuchsseite 47 Junghelferinnen und Junghelfer an. Im vergangenen Jahr hat das Paderborner THW 32.262 Dienststunden geleistet, darunter sind 519 Einsatzstunden. 36 Helfer nahmen an Ausbildungen und Lehrgängen in Bundeseinrichtungen teil. Im THW Paderborn gibt es inzwischen 26 Atemschutzgeräteträger, sechs Fachberater, drei technische Berater Bau, zwei technische Berater Dach und zehn Auslandshelfer. 13 Ausbilder sorgen für notwendige Fähigkeiten in den Sparten Kfz, Funk, Atemschutz, Gabelstapler und Stromersatzanlagen. „Wir sind stets für die größeren Lagen da“, sagte Wiegand.
Die Einsätze führten das THW vor allem in die Nachbarkreise Höxter und Lippe. Im Raum Paderborn unterstützen sie die Feuerwehren nach dem Starkregen im Juni und bei verschiedenen Havarien.Zu den „Kunden“ der Helfer in Blau zählt auch die Polizei. Oft sind die Lkw gefragt, wenn es um Transport und Sicherstellung von Diebesgut, Hehlerware, illegalen Spielautomaten oder größeren Mengen Rauschgift geht. Im vergangenen Jahr hat das THW vier große, jeweils 24.000 Liter fassende Faltbehälter erhalten. „Das reicht schon als kleiner Ersatz für das Rolandsbad“, kommentierte Wiegand augenzwinkernd. Ein neues Fahrzeug und eine Erweiterung des Übungsgeländes konnte der Ortsverband ebenfalls verbuchen.
Im vergangenen Jahr kamen die Helfer auch nach Haus- und Giebeleineinstürzen sowie Explosionen und einer Geldautomatensprengung zum Einsatz, berichteten die Zugführer Michael Schwarz und Markus Ehlert. Trainiert wurden Tiefbauunfälle, Mauerdurchbrüche in einem Abbruchhaus, Fahren im Gelände und modulare Abstützungen bis zu einer Höhe von zehn Metern. Auch bei einer landesweiten Übungsserie (Fülex) waren die meisten THW-Helfer aus Paderborn dabei.
Ausgezeichnet wurden drei Helfer für langjährige Treue zum THW: Daniel Hesse (20 Jahre), Andreas Leininger (25 Jahre) und Frank Diehl (40 Jahre). Helferzeichen in Gold gingen an Robert Cordie, René Henkenius, Markus Wenger, André Rothfeld und Klaus-Peter Rupp.
Landrat Christoph Rüther betonte, die Blaulichtfamilie wachse enger zusammen, und der Kreis sei froh, das THW an der Seite zu haben. Vor allem sein er begeistert von der „schnellen Hilfe auf Zuruf“. Vize-Bürgermeister Robert Siemensmeyer sagte, Katastrophen- und Zivilschutz würden künftig stärker in den Fokus rücken.
Vize-Kreisbrandmeister Bernd Lüke freute sich, dass trotz eines Generationswechsels im THW die Verlässlichkeit geblieben sei. Wichtig für ihn ist die Zusammenarbeit bei Flächenlagen. Auf Synergien setzt Lüke auch bei der gemeinsamen Nutzung von zwei Notdächern, die dem Kreis zugewiesen wurden.
Sascha Meyer lobte die gute örtliche Zusammenarbeit mit den Feuerwehren. Gleichwohl sei der Fokus der THW-Arbeit auf den Zivilschutz gerichtet. In den vergangenen Monaten habe die Bundesanstalt Notvorräte angelegt und Stromerzeuger beschafft. Er schrieb den Helfern ins Stammbuch, sensibler zu werden und im Zuge einer hybriden Bedrohung auf Störer und Saboteure zu achten.
Text und Fotos: Ralph Meyer