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19. April. Hövelhof. Tag der offenen Tür.

Ganz im Zeichen von Blaulicht und dem Klang der Martinshörner stand die Sennegemeinde am Sonntag. Die Freiwillige Feuerwehr Hövelhof hatte aus Anlass ihres 95-jährigen Bestehens zum Tag der offenen Tore im und am neuen Feuerwehrhaus am Alten Markt eingeladen.

 

Hövelhof. Ein Highlight war dabei die Grundsteinlegung für die neue heimatkundliche und historische Erlebnisstation am Feuerwehrgerätehaus mit dem Paderborner Staatssekretär Daniel Sieweke, der Bau- und Heimatministerin Ina Scharrenbach kurzfristig vertreten musste, weil sie zwischen Brüssel und der Senngemeinde auf der Strecke geblieben war. Der großzügig verglaste Pavillon in Holzrahmenbauweise wird einem Löschgruppenfahrzeug LF-8, einem Mercedes 710 Rundhauber, einen würdigen Unterstand bieten.

Der markante 7,5-Tonner mit 100 PS-Motor und Platz für neun Feuerwehrleute wurde 1966 bei der Feuerwehr Hövelhof in Dienst gestellt und 1989 ausgemustert. Anschließend war er bei der Werkfeuerwehr der Firma Sprick Wellpappen beheimatet, bevor der Oldtimer 2015 kostenlos wieder der Feuerwehr überlassen wurde. 2016 wurde das historische Fahrzeug im Rahmen eines Förderprojektes restauriert. Das erhaltenswerte Fahrzeug verkörpert Tradition und Entwicklung der modernen Technik bei der Brandbekämpfung.

Mit der Fahrzeugremise soll dieses Stück lokaler Geschichte sicht- und erlebbar gemacht werden. „Beim Bau des Pavillons geht es nicht um eine einfache Garage für ein altes Fahrzeug, sondern um ein tolles Gesamtprojekt rund um die Themen Ehrenamt, Traditionspflege, Nachwuchswerbung und Sichtbarkeit sowie die Hövelhofer Heimatgeschichte zum Sehen und Anfassen“, betonte Thomas Westhof, Vorsitzender des Fördervereins der Feuerwehr Hövelhof.

Das rund 60. 000 Euro teure Projekt ist auch eingebettet als Erlebnisstation in den Historischen Hövelhofer Wanderweg. Die Hälfte der Kosten in Höhe schießt die Heimatfonds-Förderung des Landes Nordrhein-Westfalen zu. Der restliche Betrag wird über Spenden, Sponsoren und Eigenleistung finanziert. Im neuen Pavillon wird auch eine neu inspirierte St. Florian-Figur in aktueller Hövelhofer Einsatzkleidung des erzgebirgischen Holzbildhauermeisters Friedhelm Schelter ihren Platz finden.

Bei der Grundsteinlegung erinnerte Westhof auch an seinen im Jahr 2021 verstobenen Vorgänger Ralf Dirks, der bereits 2016 erste Skizzen über einen Unterstand für den Oldtimer zu Papier gebracht hatte.Passend zum Tag der offenen Tore stellte die Hövelhofer Künstlerin Gisela Erdmann ihr neues Wimmel- und Suchbild zum Thema „Schnuppertag im Feuerwehrgerätehaus“ mit neuen Erlebnissen der Hövel-Schnucki-Bande vor, dass der Verkehrsverein Hövelhof als Poster im A2-Format verteilte.

Daniel Sieweke, der vom Besuch der Mutter im Pflegeheim nach einem Anruf der Ministerin in die Sennegemeinde geeilt war, betonte in seinem Grußwort, dass Fördergelder in der Gemeinde mit Blick auf die Zukunft investiert werden. Bürgermeister Michael Berens nannte das neue Feuerwehrgerätehaus „bahnbrechend“ und bezeichnete die Einsatzkräfte als Garanten für die Sicherheit der Bürger. Dankbar zeigte er sich über Vereinfachungen bei der Auftragsvergabe durch die öffentliche Hand, so dass das heimische Handwerk mehr Aufträge bekomme. Sebastian Lienen, Leiter der Feuerwehr Hövelhof, freute sich, den Gästen „ein Stück Zukunft der Gemeinde präsentieren zu können, das bereits heute das Leben der Büprger ein Stück sicherer mache.

Hingucker für viele Besucher waren am Sonntag die „Blaulichtmeile“ der Hövelhofer Einsatzfahrzeuge und das neue Feuerwehrgerätehaus. Die Besucher konnten den 9,3 Millionen Euro teuren Neubau, der seit Herbst des vergangenen Jahres in Betrieb ist, auf eigene Faust erkunden. Das neue Domizil für die 155 Mitglieder der Feuerwehr erstreckt sich über rund 2.300 Quadratmeter Nutzfläche und bietet optimale Bedingungen für die Arbeit der Sennewehr. Eine moderne Fahrzeughalle bietet Platz für elf Einsatzfahrzeuge.

Herzstück des Gebäudes ist die hochmoderne Einsatzzentrale mit getrenntem Funkraum und der Örtlichen Einsatzleitung (ÖEL). Diese Einrichtung ist eine Führungsstruktur der Feuerwehren im Land, die bei Großschadenslagen oder im Katastrophenfall die Maßnahmen vor Ort koordiniert. Im Laufe des Nachmittages stellten die First Responder, die Gruppe der Notfallhelfer, die Jugendfeuerwehr, die ihr 25-jähriges Bestehen feiert, und die Einsatzabteilung ihre Fähigkeiten bei Schauübungen unter Beweis.

Mit einem maritimen Touch ergänzten die ehrenamtlichen Helfer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) das Angebot der Feuerwehr. Am Alten Markt informierten die Retter über ihre gefährliche Arbeit auf Nord- und Ostsee. Bereits beim jüngsten Hövelmarkt waren die Seenotretter quasi emsaufwärts geschippert und hatten viele Hövelhofer zu Spenden animiert. Am Samstagabend berichtete Michael Müller, ehemaliger Vormann des Seenotrettungskreuzers Berlin, im Hotel Victoria über die Arbeit der Seenotretter. Ehrensache, dass die Seenotretter die Sennegemeinde erneut mit gefüllten Sammelschiffchen verließen.

Die Hövelhofer Feuerwehr ist in diesem Jahr noch Gastgeber von zwei Veranstaltungen des Verbandes der Feuerwehren (VdF) im Kreis Paderborn. Am Samstag, 26. September, treffen sich Teams aus allen Feuerwehren des Kreises zum Leistungsnachweis am Schützen- und Bürgerhaus. Einen Monat später, am Samstag, 24. Oktober, findet der Nachmittag der Ehrenabteilungen, zu dem mehrere Hundert Feuerwehrsenioren bei Kaffee, Kuchen und Schnittchen erwartet werden, im Schützen- und Bürgerhaus der Sennegemeinde statt.

Text und Fotos. Ralph Meyer