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25. April. VdF Verbandstag in Salzkotten Niederntudorf.

Bilanz eines anspruchsvollen Jahres zog der Verband der Feuerwehren (VdF) im Kreis Paderborn bei seinem Verbandstag, der in diesem Jahr aus Anlass des 100-jährigen Bestehens der Feuerwehr Niederntudorf in der Kleeberghalle im Salzkottener Stadtteil Niederntudorf stattfand. Im Mittelpunkt stand die Delegiertenversammlung, an der zahlreiche Ehrengäste und 219 Delegierte teilnahmen, die die mehr als 5.000 Feuerwehrleute im Kreis Paderborn vertreten.


Salzkotten-Niederntudorf. Ende 2025 zählte der Verband 3.241 aktive Einsatzkräfte in den zehn Kommunen des Kreises - ein leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr (3.215 Kräfte). Größte Feuerwehr im Paderborner Land ist die Feuerwehr Delbrück mit 705 Einsatzkräften, gefolgt von der Feuerwehr Paderborn mit 685 Aktiven. Die rote Laterne trägt die Feuerwehr Bad Lippspringe mit 92 Einsatzkräften. Im vergangenen Jahr rückten die Feuerwehren im Kreisgebiet zu 692 Brandeinsätzen aus, ein Plus von 142 gegenüber dem Vorjahr.

Fast verdreifacht hat sich die Zahl der Großbrände auf zuletzt 26. Die Anzahl der Hilfeleistungseinsätze sank leicht auf 2998. Mit 584 Fehlalarmen weist die Statistik den niedrigsten Wert seit 20 Jahren aus, berichtet Kreisgeschäftsführer Hubert Halsband. Mit der Krisenfestigkeit der Gesellschaft und der Selbsthilfefähigkeit der Bevölkerung befasste sich Kreisbrandmeister Stephan Reckhaus, zugleich Vorsitzender des VdF im Kreis Paderborn. „Katastrophenschutz beginnt nicht erst im Gerätehaus. Er beginnt bei den Menschen zu Hause“, sagte Reckhaus, aber die Fähigkeit zur Selbsthilfe in der Bevölkerung nehme ab.

Deshalb richten die Feuerwehren den Blick auch nach außen mit Themen wie Aufklärung und Eigenvorsorge. Wörtlich sagte Reckhaus: „Gut funktionierender Bevölkerungsschutz braucht beides: starke Einsatzkräfte und eine vorbereitete Bevölkerung. Im Zivilschutz entstehen neue Einheiten wie die Medical Task Force 57, und die Zusammenarbeit mit den Hilfsorganisationen wird enger. Das System wird nicht nur größer, es wächst auch zusammen. Wörtlich fügte Reckhaus hinzu: „Feuerwehr ist kein Automatismus, Feuerwehr lebt von den Menschen“.

Auch das Krisenmanagement im Kreis Paderborn wird weiterentwickelt. Schulungsreihen im Bereich Stabsarbeit sowie Erkenntnise aus der Katastrophe im Ahrtal fließen direkt in neuen Planungen ein, um klare Strukturen und einheitliche Abläufe für komplexe Lagen zu schaffen. Mit der neuen Informationsreihe „Kreisbereit“ soll auch die Bevölkerung angesprochen werden. Die Beschaffung eines fernsteuerbaren Löschunterstützungsfahrzeuges (LUF) ist auf der Zielgeraden.

Auch ein gemeinsames Atemschutzgerätesystem für alle Feuerwehren im Kreis wird noch in diesem Jahr Wirklichkeit. Erste Trageversuche haben bereits stattgefunden. In den vergangenen zwölf Monaten rückte Michael Stork, Leiter der Feuerwehr Büren, als Beisitzer in den Vorstand des Kreisverbandes auf. Auch bei fünf Feuerwehren gab es Wechsel an der Spitze oder bei den stellvertretenden Wehrführern. Erfolgreich war die neue Konzeption beim Leistungsnachweis, bei dem im vergangenen Jahr in Paderborn 56 Teams am Start waren.

Bei den Vorstandswahlen sprachen sich die Delegierten für die Wiederwahl des Schriftführers Bernhard Grothoff-Wessels (Delbrück) aus. Auch Kassierer Michael Beivers (Paderborn) wurde für eine weitere Wahlperiode im Amt bestätigt.Christoph Schöneborn, der neue Landesvorsitzende im VdF, informierte über die laufende Novellierung des Gesetzes über den Brandschutz, die Hilfeleistung und den Katastrophenschutz (BHKG) im Landtag. Ziel des Verbandes ist eine Stärkung des Ehrenamtes. Schöneborn sprach sich für eine stärke Digitalisierung bei der Feuerwehr aus und kündigte größere Veränderungen in der „Welt der Leitstellen und Freiwilligen Fuerwehren“ an.

Bezirksbrandmeister Elmar Keuter berichtete, dass die Zahl der ehrenamtlichen Einsatzkräfte im vergangenen Jahrzehnt landesweit um 10.000 auf 90.000 gestiegen sei, aber die Tagesverfügbarkeit bleibe weiterhin ein Problem. Die beiden Landtagsabgeordneten Norika Creuzmann und Bernhard Hoppe-Biermeyer beschrieben die Feuerwehren als „gelebte Gemeinschaft“.

Landrat Christoph Rüther sagte, Krisen seien inzwischen der Normalzustand. „Gut, dass es da Menschen gibt, die dennoch Verantwortung übernehmen“, fügte er wörtlich hinzu. Salzkottens Bürgermeister Ulrich Berger, der beim Antreten auf an der Halle und am Ehrenmal bei der Kranzniederlegung sprach, unterstrich, dass die Feuerwehr stets zur Stelle sei, wenn sie gebraucht werde. Eine solches Engagement für die Gemeinschaft verdiene Respekt auf allen Ebenen.

Mit dem Deutschen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Bronze, wurden Meinolf Niggemeyer (Lichtenau-Henglarn), Ralf Lüttig (Büren-Brenken), Frank Brüggemeier (Delbrück-Boke) und Frank Kellner (Salzkotten-Verne) aus gezeichnet. Das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber erhielten Thomas Steffen (Salzkotten-Upsprunge), Alfred Minge (Borchen-Alfen), Sven Stratemann (Altenbeken) und Maximilian Rempe Hövelhof. Das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold wurde Robert Siemensmeyer (Paderborn-Sande) verliehen. Mit der Ehrenmedaille des Deutschen Feuerwehrverbandes wurde der Salzkottener Bürgermeister Ulrich Berger ausgezeichnet.

Der nächste Verbandstag wird am Samstag, 24. April 2027, zum 100-jährigen Bestehen der Haarener Feuerwehr in Bad Wünnenbeg-Haaren stattfinden. Der Leistungsnachweis wird am Samstag, 22. Mai  im Borchener Ortsteil Etteln ausgerichtet, und der Nachmittag der Ehrenabteilungen geht am Samstag, 23. Oktober , in Borchen über die Bühne.

Text und Fotos: VdF/Ralph Meyer