Acht Minuten vor dem Anpfiff des WM-Spiels der deutschen Mannschaft in Boston war die Partie für rund 50 Feuerwehrleute bereits gelaufen, denn in der Lösekestraße in Sennelager brannte am Montagabend, 29. Juni, der Dachstuhl eines unbewohnten, dreigeschossigen Reihen-Mehrparteienhauses, in dem früher britische Soldaten und deren Angehörige gewohnt hatten. Ein Passant hatte ein Flackern im obersten Stockwerk beobachtet.
Paderborn-Sennelager. Um 22.22 Uhr alarmierte die Leitstelle des Kreises unter dem Stichwort „Wohnungsbrand“ die Feuerwehr Paderborn, die umgehend mit den beruflichen Kräften der Feuer- und Rettungswachen Nord und Süd und dem Rettungsdienst Richtung Sennelager ausrückte, berichtet Einsatzleiter Marcel Menze.
Die ersten Kräfte trafen mit dem Rettungswagen ein und meldeten einen bereits gut entwickelten Brand im Dachstuhl. Parallel dazu wurde das Alarmstichwort auf Dachstuhlbrand erhöht, worauf auch die Ehrenamtlichen aus Elsen und Schloß Neuhaus mit drei weiteren Löschfahrzeugen die Brandstelle ansteuerten. Als erste Löscheinheit traf wenig später ein Löschfahrzeug des britischen Defence and Fire Service aus der nahen Normandy-Kaserne an der Brandstelle ein. Die Besatzung leitete einen Löschangriff über das Treppenhaus ein. Dabei entdeckten sie auch eine geöffnete Balkontür.
Kurze Zeit später kam es zu einer Durchzündung im Dachbereich, und der Dachstuhl stand auf halber Länge in Flammen. Daraufhin mussten sich die Feuerwehrleute aus dem Inneren des Gebäudes zurückziehen. Mithilfe einer Drehleiter richtete die Feuerwehr eine Riegelstellung ein, um trotz Brandmauer ein Übergreifen der Flammen auf das Nachbargebäude zu verhindern.
Wenig später brach der durchgebrannte Dachstuhl in der Mitte zusammen und drückte Teile der Holzkonstruktion nach außen, die dann über die Vorderseite des Hauses hinaus ragte. Anschließend brachte die Feuerwehr den Brand mit einem Wasserwerfer rasch unter Kontrolle. Später wurden noch weitere Glutnester abgelöscht.
Eine dichte Rauchwolke über dem brennenden Dachstuhl wies den anrückenden Einsatzkräften den Weg. Dann stürzte ohne große Vorwarnung der durchgebrannte Dachstuhl in der Mitte zusammen und drückte Teile der Holzkonstruktion nach außen, die dann über die Vorderseite des Hauses hinaus ragte. Anschließend brachte die Feuerwehr den Brand mit einem Wasserwerfer rasch unter Kontrolle. Später wurden noch weitere Glutnester abgelöscht.
Später setzte die Feuerwehr auch eine zweite Drehleiter ein. Die ehrenamtlichen Einheiten Stadtmitte und Stadtheide besetzten die verwaisten Wachen in der Kernstadt. Gegen 23.30 Uhr wurden die ersten Einheiten aus dem Einsatz herausgelöst. Um die Stabilität des ausgebrannten Dachstuhls zu prüfen, forderte die Feuerwehr den Bau-Fachberater des Technischen Hilfswerks (THW) an, der die Einsatzstelle in Augenschein nahm.
Noch an der Einsatzstelle tauschten die Einsatzkräfte die verschmutzte Einsatzkleidung und benutztes Schlauchmaterial. Nach rund zweieinhalb Stunden war der Einsatz beendet. Die Polizei nahm noch in der Nacht ihre Ermittlungen zur Brandursache auf. Den Gesamtschaden schätzen die Beamten auf rund 100.000 Euro. Der Dachstuhl wurde komplett zerstört. Die Polizei geht von vorsätzlicher Brandstiftung in dem unbewohnten Gebäude aus und bittet Zeugen, die Hinweise zu verdächtigen Personen geben könnten, sich unter der Rufnummer (0 52 51) 306-0 zu melden.
Text und Fotos: Ralph Meyer