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9. August. Paderborn.

Bei einem schweren Verkehrsunfall sind in Paderborn am späten Sonntagabend sieben Menschen verletzt worden, sechs von ihnen schwer. Der Unfall, bei dem zwei Personenwagen zusammenprallten, ereignete sich kurz nach 22.30 Uhr auf der Riemekestraße in Höhe der Einmündung Klöcknerstraße.

Paderborn. Ein VW Sharan schleuderte gegen den Unterstand der Bushaltestelle Westfriedhof, der dabei schwer beschädigt wurde. Zur Unfallzeit wollte der mit einer vierköpfigen Familie besetzte Sharan von der Klöcknerstraße nach links in die Riemekestraße abbiegen, teilte die Polizei an der Unfallstelle mit. Dabei übersah dessen 63 Jahre alter Fahrer offenbar einen weißen BMW eines 30-Jährigen, der mit drei Personen besetzt war und auf der Riemekestraße stadteinwärts unterwegs fuhr.

Der BMW prallte frontal gegen die Fahrerseite des Touran, der sich durch den Anprall um die eigene Achse drehte und rückwärts in die Bushaltestelle geschleudert wurde. Beide Fahrzeuge stammten aus dem Kreis Paderborn. Neben dem Sharan-Fahrer wurden auch die 47 Jahre alte Mitfahrerin und zwei 15 und 17 Jahre alte Heranwachsende auf der Rückbank des Sharan schwer verletzt. Im BMW wurden der Fahrer und ein 31 Jahre alter Beifahrer ebenfalls schwer verletzt. Lediglich ein 31-jähriger Mitfahrer auf der Rückbank kam mit leichten Verletzungen davon.

Um 22.35 Uhr alarmierte die Leitstelle des Kreises nach mehreren Notrufen unter dem Stichwort „Verkehrsunfall, eingeklemmte Person“ die Feuerwehr Paderborn, die mit den beruflichen Kräften der Feuer- und Rettungswache Süd und den Ehrenamtlern der Einheit Stadtmitte und dem Rettungsdienst ins Riemekeviertel ausrückte, berichtet Einsatzleiter Ludger Schmidt, Leiter der Feuerwehr Paderborn.

Rasch stellte sich heraus, dass niemand eingeklemmt war, jedoch zahlreiche Insassen schwer verletzt waren. Bereits um 22.38 Uhr wurde ein weiterer Paderborner Notarzt und drei Rettungswagen zur Unfallstelle nachalarmiert. Auch der Leitende Notarzt Martin Terstesse aus Delbrück rückte zur Unfallstelle aus. Insgesamt waren Feuerwehr und Rettungsdienst mit rund 40 Kräften im Einsatz an der Unfallstelle.

Um 22.49 Uhr, nach der der ersten medizinischen Sichtung, wurde die Alarmstufe wegen der hohen Verletztenzahl auf MANV10 erhöht, wobei das Akronym MANV für „Massenanfall an Verletzten“ steht. Insgesamt fuhren sechs Rettungswagen der Feuerwehr Paderborn, ein weiterer Rettungswagen aus Salzkotten und ein Krankentransportwagen des Deutschen Roten Kreuzes zur Unfallstelle und übernahmen die Versorgung der Verletzten. Ein dritter Notarzt aus Bad Driburg unterstützte seine Paderborner Kollegen bei der Versorgung der Unfallopfer.

Alle sieben Insassen wurden in das Vincenz-Krankenhaus und das Christliche Klinikum Paderborn (Brüderkrankenhaus) eingeliefert. In beiden Häusern waren die Schockräume besetzt, berichtet Sergij Rabino vom Einsatzführungsdienst der Paderborner Feuerwehr. Die Einsatzkräfte sicherten die Unfallstelle ab, kümmerten sich um das Batteriemanagement und streuten ausgelaufene Betriebsstoffe ab. Während der Unfallaufnahme waren die Riemekestraße und die Klöcknerstraße im Kreuzungsbereich komplett gesperrt.

Da durch den Einsatz ein Großteil der verfügbaren Einsatzkräfte und Rettungskräfte gebunden waren, wurde die verwaiste Wache Süd durch die Ehrenamtler der Einheit Wewer besetzt. Zur Sicherstellung des rettungsdienstlichen Spitzenbedarfs wurden zusätzliche Kräfte des Deutschen Roten Kreuzes auf der Wache Süd sowie der Malteser auf der Wache Nord stationiert, da zeitweise alle verfügbaren Rettungswagen der Feuerwehr Paderborn im Einsatz gebunden waren.

Text und Fotos: Ralph Meyer