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12. September. Senneübung Ex 2026.

Großübung Senne Ex 2026. Eine ausgeprägte Hitzeglocke liegt seit Tagen über dem Kreisgebiet, und wiederholt kommt es zu Vegetationsbränden. Betroffen ist vor allem der Truppenübungsplatz Senne, wo seit zwei Tagen die örtlichen Einheiten in den Bereichen Staumühle und Bad Lippspringe im Dauereinsatz sind und die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit erreicht hatten.

Paderborn/Hövelhof/Bad Lippspringe. Als in der Nacht zu Samstag die erwarteten Regenfälle ausbleiben und die Flammen zunehmend die Einrichtungen in Staumühle bedrohen, wenden sich die Örtlichen Einsatzleitungen (ÖEL) mit der Bitte zur überörtlichen Hilfe an die Bezirksregierung.

Soweit das Übungsdrehbuch für die Großübung Senne Ex 2026, die am Samstag in Paderborn und Bad Lippspringe stattfand. Entgegen des Skriptes sei die Senne im Sommer von größeren Vegetationsbränden verschont geblieben, freute sich Ralf Husemann, Leiter des Defence und Rescue Service aus Sennelager, der britischen Feuerwehr im NATO Support and Training Centre Sennelager und auf dem Truppenübungsplatz. Und statt tropischer Hitze waren die Temperaturen allenfalls auf mildem, spätsommerlichen Niveau.

Kurz nach 8 Uhr rollten die angeforderten, überörtlichen Einheiten der Bezirksreserve mit den Bereitschaften Höxter und Lippe über die Wilfried-Finke-Allee an der Paderborner Home Deluxe-Arena. Dort hatte die Paderborner Feuerwehr einen von zwei Bereitstellungsplätzen, die es in Ostwestfalen-Lippe gibt, geöffnet. Dort sammelten die auswärtigen Löschzüge, bevor sie von Lotsen in den Einsatzraum geführt wurden. Dies ist eine Lehre aus der Flutkatastrophe im Ahrtal, denn nicht an allen Einsatzstellen ist ausreichend Platz vorhanden, und auch die Navigation im fremden Einsatzraum ist für Kräfte aus dem Kalletal, Bad Salzuflen, Pömbsen oder Lüchtringen eine große Herausforderung. Durch seine Lage nahe B1 und A33 ist das Gelände am Stadion für die Praktiker die erste Wahl.

Geübt wurde in der Senne die Zusammenarbeit der auswärtigen Kräfte mit den Anrainer-Feuerwehren aus Hövelhof, Schlangen, Augustdorf, Schloß Holte-Stukenbrock, Paderborn dem Defence Fire Rescue Service. Neben dem Feuerrot der Feuerwehr-Einsatzfahrzeuge sah man auch viel Blau in der Senne: So förderte der Ortsverband Paderborn des Technischen Hilfswerks (THW) aus der Grimke mit seiner Hannibal-Pumpe rund 5.000 Liter Wasser pro Minute in einen Vorratsbehälter, aus dem dann mehrere Löschfahrzeuge mit Wasser versorgt wurden. Rund 10 Fahrzeuge verlangten nach Löschwasser, und bei einem Pendelverkehr mit Tanklöschfahrzeugen wären zehn bis 15 Fahrzeuge mit dieser Aufgabe gebunden, bemerkte Ralf Heuwinkel, Leiter der Feuerwehr Schlangen, der in der Senne als Abschnittsleiter fungierte. Insgesamt waren rund 300 Kräfte im Einsatz.

Im Mittelpunkt der Übung stand die Zusammenarbeit von Einheiten, die sonst kaum Berührungspunkte haben. „Krisen werden wir nur meistern, wenn wir zusammenwachsen und uns kennen“, sagte der Paderborner Landrat Christoph Rüther. Zustimmung erntete der Landrat auch bei den Vertretern der Kommunen, Petra Breuer, krisenstabserprobte Stellvertreterin in Hövelhofer Rathaus, betonte, schwierige Lagen könnten viel besser gemeistert werden, wenn man Ansprechpartner der Feuerwehren, der Hilfsorganisationen, beim THW, den Streitkräften oder der Forst persönlich kennt so und einen kurzen Draht pflegen kann. Zu den Beobachtern zählte auch der britische Oberst Tom Jefford, seit Jahresbeginn Leiter des NATO Support and Training Centre.

Unverzichtbar bei Einsätzen im Gelände für die Feuerwehren sind heute ferngesteuerte Drohnen. Thomas Gehle von der Feuerwehr Hövelhof stellte die Erkundungsdrohne der Sennewehr vor. Vor allem durch die Infrarotkamera ist der Flugkörper bei ausgedehnten Vegetationsbränden das Aufklärungsinstrument schlechthin, das Feuerwehrleute punktgenau zu den Brandorten lotsen kann.

Die Übungsleitung lag in den Händen von Patrick Falkenrich, stellvertretender Leiter der Feuerwehr Hövelhof, der mit der Gesamtleistung sehr zufrieden war. Gleichwohl wurde an einigen Stellen Verbesserungsbedarf manifest, doch dafür finden die Übungen ja statt. Rund ein Jahr dauerte die Vorbereitung dieser Übung, berichtet Bernd Lüke, stellvertretender Kreisbrandmeister in Paderborn. Am Drehbuch haben auch Ralf Husemann und Peter Kesselmeier, langjähriger Leiter der Feuerwehr Hövelhof, mitgeschrieben.

Einmal mehr bewährte sich der Einsatz der kleinen und wenigen Tanklöschfahrzeuge, die mit ihrem Allradantrieb auch in der Senne überall vorankommen. Mehrere Fahrzeuge dieser Baugröße bilden auch den Löschwassertransportzug des Kreises, der auch jüngst bei den Bränden im Hochsauerlandkreis überörtlich im Einsatz waren.

Text und Fotos: Ralph Meyer