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12. Oktober. Paderborn.

Spektakulärer Unfall am Montagabend auf der A33 bei Paderborn. In der Auffahrt auf die Richtungsfahrbahn Osnabrück ist gegen 20.25 Uhr ein 115 Tonnen wiegender Schwerlasttransport umgekippt.

Paderborn-Schloß Neuhaus. Während das dreiachsige Zugfahrzeug und ein nachfolgender, ebenfalls dreiachsiger Dolly auf die rechte Seite kippten, rutschte die Ladung, ein 52 Meter langer und 82 Tonnen schwerer Betonbinder eines Paderborner Betonfertigteilherstellers, mitsamt dem fünfachsigen hinteren Achsfahrwerk, auch Nachläufer genannt, nach rechts die Böschung hinab. Dabei blieb der Nachläufer auf dem Kopf liegen.

Ein Dolly ist ein kurzes, mit einer oder mehreren Achsen ausgestattetes Fahrwerk, das in eine Schwertransportkombination eingefügt wird. Seine wichtigste Aufgabe besteht darin, einen Teil des Fahrzeug- und Ladungsgewichts aufzunehmen. Vereinfacht gesagt: Ein Dolly schafft zusätzliche „Beine“, auf denen die Transportkombination stehen und fahren kann.

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei geriet der Nachläufer in der Tangente beim Auffahren zu weit nach rechts, so das die Asphaltdecke im Bereich der Zufahrt aufgrund der enormen Gewichte wegbrach.

Der 48-jährige Paderborner, der das Zugfahrzeug steuerte, wurde bei dem Unfall schwer verletzt. Ihm gelang es, sich aus eigener Kraft aus der Fahrerkabine zu befreien. Beim Eintreffen der ersten Kräfte hatte er sich durch die Fahrertür ins Freie gerettet und saß oben auf der Fahrerkabine, berichtet Feuerwehr-Einsatzleiter Sergij Rabino.

Zunächst war die Feuerwehr unter dem Stichwort „Technische Hilfe 1, ausgelaufene Betriebsstoffe“ alarmiert worden. Erst beim Eintreffen der beruflichen Kräfte der Feuer- und Rettungswache Süd sowie der Ehrenamtler der Einheit Schloß Neuhaus wurde das Ausmaß des Unfalls deutlich. Beim Eintreffen der Feuerwehr rollte der Verkehr noch auf zwei Spuren an dem umgestürzten Schwertransport vorbei. Kräfte der Feuerwehr und der Polizei sperrten die Richtungsfahrbahn nach Bielefeld und leiteten den Verkehr an der Anschlussstelle Schloß Neuhaus ab. Auch die Auffahrt von der Münsterstraße auf die A33 in Richtung Osnabrück wurde gesperrt.

Während die A33-Auffahrt auf die Richtungsfahrbahn Osnabrück voraussichtlich bis zum Dienstagabend gesperrt bleibt, wurde die Fahrbahn nach Bielefeld gegen 4 Uhr vorläufig wieder freigegeben. Einem Sprecher der zuständigen Bielefelder Polizei zufolge werden im Laufe des Dienstags zwischen 10 und 18 Uhr die Bergungsarbeiten beginnen. Dann werde die Richtungsfahrbahn Osnabrück vorübergehend erneut gesperrt. Für die Bergung der beschädigten Ladung und der drei betroffenen Fahrzeuge werden zwei Schwerlastkräne benötigt.

Während die Feuerwehrleute in der Nacht die Unfallstelle absicherten, den Brandschutz sicherstellten, ausgelaufene Betriebsstoffe abstreuten und sich um das Batteriemanagement kümmerten, wurde der verletzte Fahrer vom Notarzt gesichtet und medizinisch versorgt. Auch die Untere Wasserbehörde nahm die Unfallstelle in Augenschein. Ein weiterer Schwertransporter mit der gleichen Beladung wurde auf der Münsterstraße kurz hinter der Kreuzung mit dem Heinz-Nixdorf-Ring auf die Seite genommen.

Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, wurden durch den Unfall auch 20 Elemente der Schutzplanke beschädigt. Den Gesamtschaden schätzt die Polizei auf rund 160.000 Euro.

Text und Fotos: Ralph Meyer