Previous Next

9. März. BAB 44 Lichtenau / Bad Wünnenberg.

Am Dienstagmittag ist es auf der Autobahn 44, Richtungsfahrbahn Kassel, zwischen dem Autobahnkreuz Bad Wünnenberg/Haaren und der Anschlussstelle Lichtenau zu einem schweren Verkehrsunfall gekommen. Dabei starben drei Männer in einem SUV mit spanischer Zulassung, und drei weitere wurden verletzt, einer von ihnen schwer.

 
Bad Wünnenberg. Nach den bisherigen Erkenntnissen der Autobahnpolizei hielt der Fahrer eines Sattelzuges einer Spedition aus Donauwörth (Landkreis Donau-Ries) gegen 12.20 Uhr aufgrund eines Rückstaus auf dem rechten Fahrstreifen der Autobahn in Höhe des Bad Wünnenberger Stadtteils Elisenhof an. Hinter ihm befand sich der Fahrer eines Lastzuges einer Stahlhandelsgesellschaft aus Kassel. Um nicht auf den stehenden Sattelzug aus Donauwörth aufzufahren, wich der Lkw-Fahrer aus Kassel nach rechts auf den Seitenstreifen aus.
 
Direkt hinter dem unbeladenen Lastzug aus Kassel befand sich ein BMW X5 mit spanischer Zulassung, dem ein Lastzug aus Tschechien folgte. Zunächst sollen beide Fahrzeuge nach links ausgewichen sein, wobei der Motorwagen des Tschechen auf das Heck des BMW gefahren sein soll, bevor der Pkw in das Heck des Lastzuges aus Kassel geschoben wurde, so die Polizei. Anschließend kam der tschechische Lastzug in der Mittelschutzplanke zum Stehen.
 
Durch die Wucht des Aufpralls wurde der BMW nahezu vollständig zerstört, sodass für die drei Insassen jede Rettung zu spät kam und sie noch am Unfallort verstarben. Bei den Toten handelt es sich um einen 41 Jahre alten und zwei 44-jährige algerische Staatsbürger, wie ein Sprecher der Bielefelder Polizei am Mittwoch sagte.
Der 61-jährige Fahrer des auffahrenden Lastzuges war im Führerhaus eingeschlossen und wurde  schwer verletzt. Gemeinsam mit den beiden anderen Lkw-Fahrern wurde er ins Krankenhaus nach Paderborn eingeliefert.

 

Den Einsatzkräften der Feuerwehr Bad Wünnenberg, die mit den Einheiten Bad Wünnenberg, Haaren, Fürstenberg und Helmern zur Unfallstelle ausrückten, bot sich ein Bild des Schreckens. Die ineinander verkeilten Fahrzeuge blockierten die gesamte Fahrbahn. Ein großes Trümmerfeld markierte die weitläufige Unfallstelle. Mit einer Rettungsbühne befreiten die Einsatzkräfte einen eingeschlossenen Lastwagenfahrer und dichteten einen aufgerissenen Dieseltank ab.
Außerdem beorderte die Leitstelle des Kreises Paderborn fünf Rettungswagen aus Ahden, Büren, Salzkotten und Borchen zur Unfallstelle. Die Notärzte aus Salzkotten und Büren versorgten die Verletzten medizinisch.
Feuerwehreinsatzleiter Marcus Siekaup stellte den Autofahrern im Rückstau ein schlechtes Zeugnis aus: "Die Rettungsgasse hat mal wieder miserabel funktioniert".
 
Für die Bergungsarbeiten wurde die A44 fast zwölf Stunden lang gesperrt. Der Verkehr staute sich nach Polizeiangaben auf einer Länge von bis zu zwölf Kilometern. Das Deutsche Rote Kreuz versorgte die im Stau festsitzenden Menschen. Erst kurz vor Mitternacht wurde der Einsatz beendet.
Vor einem halben Jahr gab es in der Gegenrichtung dieses Streckenabschnitts einen der schwersten Unfälle der letzten Jahre im Kreis Paderborn. Im September 2020 starben insgesamt vier Menschen in einem Kleinbus, ebenfalls bei einem Auffahrunfall am Stauende.