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27. April. Paderborn Sennelager.

Eine nicht alltägliche Fahrerflucht nach einem Verkehrsunfall erlebten am Dienstagvormittag mehrere Polizistinnen und Polizisten im Paderborner Stadtteil Sennelager hautnah. Die Flucht endete nach einem Verkehrsunfall im Rettungshubschrauber, denn der flüchtige und alkoholisierte Autofahrer aus Bielefeld hatte schwere Blessuren davongetragen. 

 

Paderborn-Sennelager. Gegen 9.30 Uhr verursachte der 34-jährige Fahrer eines blauen Ford Mustangs mit Bielefelder Kennzeichen auf dem Gelände der Shell-Tankstelle an der Bielefelder Straße in Höhe der Anschlussstelle Sennelager einen Bagatellunfall und beschädigte dabei einen Zaun, worauf der Tankwart die Polizei verständigte. Als ein Streifenwagen auf das Gelände rollte, gab der alkoholisierte Fahrer Gas und flüchtete in Richtung Sennelager. Der Streifenwagen verfolgte den Mustang und forderte Verstärkung an.
„Der hat beschleunigt wie ein Verrückter", beschrieb ein Fahrradfahrer, der sich der Polizei als Zeuge zur Verfügung stellte, die Flucht des Mustang. In Höhe des Ortseingangs Sennelager näherte sich derweil ein zweiter Streifenwagen aus Richtung Schloß Neuhaus. Hinter einem Fahrbahnteiler versuchte die Polizei, die Durchfahrt des Flüchtigen mit dem schräg gestellten Wagen zu verhinderten. Als der flüchtige Mustang rechts am Fahrbahnteiler vorbeifuhr, lenkte er mit hohem Tempo scharf nach links, um einen Zusammenstoß zu vermeiden.
 
Obwohl er fast im rechten Winkel abbog, streifte er noch den hinteren Seitenbereich des Streifenwagens, bevor er nach wenigen Metern und einer kurzen Fahrt durch ein Kiesbett von dem Gebäude der italienischen Gaststätte Sicilia Bella frontal gegen die Wand einer Garage prallte.
Trotz des heftigen Aufpralls stieg der Mann aus dem zerstörten Wagen aus und setzte seine Flucht zu Fuß fort. Dabei demolierte er noch ein Gartentor. Doch die war schon bald zu Ende. Weitere Funkstreifenfahrzeuge beteiligten sich an der Suche, und wenig später wurde der schwer verletzte Flüchtige in einem Garten am Pionierweg von der Polizei festgenommen. Gegenüber der Polizei gab der Mann zu, neben Alkohol auch Drogen konsumiert zu haben. Dann verlor er das Bewusstsein.
An der Unfallstelle wurde der schwer verletzte Mann vom Hövelhofer Notarzt und den Einsatzkräften des Rettungswagens aus Hövelhof medizinisch versorgt. Die Retter waren um 9.46 Uhr alarmierte worden. Später entscheid der Mediziner, aufgrund der lebensgefährlichen Kopfverletzungen, einen Rettungshubschrauber anzufordern. 
 
Um 10.13 Uhr wurde die Feuerwehr Paderborn alarmiert, um die Außenlandung des Rettungshubschraubers „Christoph 13" auf einer Wiese an der Bielefelder Straße abzusichern. Mit dem Hubschrauber wurde der Fahrer in eine Bielefelder Spezialklinik geflogen.
Einen Führerschein hatte der Bielefelder nicht. Er wird sich nach seinem Krankenhausaufenthalt wegen zahlreicher Delikte - mehrfache Fahrerflucht, gefährliche Eingriff in den Straßenverkehr, Fahren ohne Fahrerlaubnis sowie Fahren unter Alkohol- und Drogeneinfluss - zu verantworten haben.
Das beschädigte Fahrzeug konnte erst geborgen werden, nachdem ein Statiker die Standsicherheit der Garage überprüft hatte. Während des Hubschraubereinsatzes und der Fahrzeugbergung wurde die Bielefelder Straße kurzzeitig gesperrt.