Ein Großbrand hat in der Nacht zu Mittwoch große Teile des Dachstuhls eines Mehrparteienhauses an der Ahornstraße zerstört. Meterhoch loderten die Flammen in den Nachthimmel. Rund 100 Feuerwehrleute kämpften mehrere Stunden lang gegen das Feuer an. In der Anfangszeit fehlte es vor allem an Löschwasser und am nötigen Wasserdruck, obwohl mehrere Hydrantenstränge angezapft wurden. Erst durch den Einsatz eines Flugfeldlöschfahrzeugs des nahen Flughafens Paderborn/Lippstadt und des Löschwassertransportzuges des Kreises Paderborn verbesserte sich die Versorgungslage.
Büren-Wewelsburg. Um 21.34 Uhr alarmierte die Leitstelle des Kreises unter dem Stichwort „Dachstuhlbrand, Menschenleben in Gefahr“ die Feuerwehr Büren, die umgehend mit starken Kräften Richtung Brandstelle im Nordosten des Bürener Stadtteils ausrückte, berichtet Einsatzleiter André Braekler, stellvertretender Leiter der Feuerwehr Büren. Eingesetzt wurden der Löschzug Büren sowie die Einheiten Wewelsburg, Ahden, Brenken und Hegensdorf.
Für den dringend benötigten Nachschub an Atemschutzgeräten sorgte der Abrollbehälter Atemschutz der Kreisfeuerwehrzentrale, der im Bereich des alten Gerätehauses Aufstellung nahm.In dem Mehrparteienwohnhaus, das zurzeit von vier auf zwölf Wohneinheiten erweitert und umfassend saniert wird, sind derzeit vier bewohnt. Insgesamt vier Bewohner brachten sich rechtzeitig vor den Flammen in Sicherheit und wurden vom Rettungsdienst betreut. Zunächst beschränkten sich die Löscharbeiten auf den Einsatz vom Korb der Drehleiter aus. Immer wieder wurde das Löschwasser knapp. Abhilfe brachte dann der Einsatz eines 8.000 Liter fassenden Flugfeld-Löschfahrzeugs vom Flughafen Paderborn/Lippstadt, das auf der Tudorfer Straße in Höhe der Bushaltestelle Niederhagen in Stellung ging und von dort die Löschfahrzeuge in der Ahornstraße versorgte. Später diente das Fahrzeug als Pufferspeicher, der immer wieder von den Tanklöschfahrzeugen des Wassertransportzuges des Kreises Paderborn aufgefüllt wurde. Die Kreiseinheit wurde um 22.28 Uhr alarmiert. Im Pendelverkehr wurden dazu Fahrzeuge aus Paderborn, Hövelhof, Altenbeken, Lichtenau und Bad Wünnenberg eingesetzt, die zu weiter entfernten Entnahmstellen pendelten.
Im Verlauf des Löscheinsatzes gelang der Feuerwehr, die Flammen auf dem Dach zu löschen. Anschließend wurde die Dacheindeckung geöffnet, damit weitere Brandherde im Bereich des Dachstuhls erkannt und nach und nach abgelöscht werden konnten. Die Löscharbeiten zogen sich bis 6 Uhr am Mittwochmorgen hin.Das gesamte Schlauchmaterial blieb nach dem Abrücken der Einsatzkräfte liegen, denn ab 10 Uhr kontrollierten die Einsatzkräfte das Gebäude ein weiteres Mal, und Kriminalpolizei nahm die Brandstelle in Augenschein. Unklar ist, ob der Neubauteil wegen der Brand- und Wasserschäden erhalten werden kann oder komplett abgerissen werden muss, so Braekler.
Der Einsatzleiter zeigte sich erleichtert, dass weder Bewohner noch Feuerwehrleute bei dem Großbrand zu Schaden kamen. Dankbar ist Braekler auch darüber, dass sich die Atemschutzgeräteträger sich in den Räumen Räumen von Potti’s Garage am Ahornweg umkleiden und ausrüsten konnten. Auch gab das Bürener DRK in der Garage Verpflegung an die Feuerwehrleute aus. Das Wohnhaus gehörte früher zum Betrieb Schubert und wurde inzwischen an einen Unternehmer verkauft. Ganz in der Nähe lag der Tischlereibetrieb Grote, der in einer großen Fertigungshalle Fertighäuser in Holzbauweise produzierte.
Im Dezember 2018 brannte die gesamte Fertigungshalle nieder. Der Sachschaden wurde seinerzeit auf rund zwei Millionen Euro beziffert. Die Brandermittler gingen seinerzeit von einem technischen Defekt als Ursache aus.Ob der neuerliche Brand in dem zweieinhalbgeschossigen Mehrparteienhaus in Zusammenhang mit den Umbau- und Sanierungsarbeiten steht, ist noch unbekannt. Die Brandstelle, die in der Nähe der Gedenkstätte für das ehemalige Konzentrationslager Niederlagen liegt, war komplett eingerüstet, ein Baukran flankierte das Gebäude. Die Polizei hat ihre Ermittlungen aufgenommen. Der Sachschaden wird ersten groben Schätzungen zufolge auf einen mindestens sechsstelligen Betrag geschätzt.Die Tudorfer Straße war in Höhe der Brandstelle über Stunden komplett gesperrt. Auch der Busverkehr musste örtlich umgeleitet werden.
Text und Fotos: Ralph Meyer