Bei einem Großbrand im Lichtenauer Stadtteil Holtheim ist in der Nacht zu Montag, 28. September, ein Carport in Holzbauweise vollkommen zerstört worden. Zwei darin abgestellte Fahrzeuge wurden ebenfalls ein Raub der Flammen, die anschließend auf den Dachstuhl eines angrenzenden Wohnhauses übergriffen. Ein Bewohner, der den Brand entdeckt hatte, konnte sich verletzt in Sicherheit bringen. Die Feuerwehr Lichtenau war bis gegen 6.30 Uhr am Montag im Einsatz.
Lichtenau-Holtheim. Gegen 22.40 Uhr wurde die Feuerwehr zunächst zu einem Carportbrand in einem Areal an der Straße Am Lipsberg am südlichen Ortsrand alarmiert. In kurzer Zeit standen dort der Carport, ein Fiat 500 und ein Toyota Pick-up in Flammen, die auf das angrenzende Wohnhaus überzugreifen drohten.
Da in kurzer Zeit mehrere Notrufe bei der Leitstelle eingingen, wurde das Alarmstichwort um 22.50 Uhr auf Feuer 4, Gebäudebrand, erhöht. Daraufhin rückten neben den Einheiten aus Lichtenau, Holtheim und Kleinenberg auch die Einheiten Blankenrode, Henglarn, Dalheim und Husen zur Brandstelle aus. Innerhalb kurzer Zeit trafen rund 90 Feuerwehrleute an der Brandstelle ein, berichtete Einsatzleiter René Wittig, Leiter der Feuerwehr Lichtenau.
An der Brandstelle sahen sich die Einsatzkräfte mit einer ausgedehnten Flammenfront konfrontiert. Da der Carport und die Fahrzeuge nicht mehr zu retten waren, richteten die Einsatzkräfte zwei Riegelstellungen zum Schutz der angrenzenden Gebäude ein. Dennoch griffen die Flammen auf den Dachstuhl eines eingeschossigen Wohnhauses in Holzbauweise über.
Ein dritter Einsatzabschnitt kümmerte sich um den Löschwassernachschub. Da das Hydrantennetz im Bereich der Brandstelle nicht für den Einsatz mehrerer Rohre im Parallelbetrieb ausgelegt ist, wurde zusätzlich ein Pendelverkehr mit mehreren Tanklöschfahrzeugen zur Zisterne im Ortskern eingerichtet. Sie hat ein Fassungsvermögen von 100 Kubikmetern.
Im Rahmen der überörtlichen Hilfe wurden dazu auch zwei Tanklöschfahrzeuge der Feuerwehr Bad Wünnenberg angefordert und eingesetzt. Im Verlauf der Löscharbeiten wurde oberhalb der Brandstelle ein mehrere Tausend Liter fassender Faltbehälter aufgebaut, der als Pufferspeicher die Löschwasserversorgung stabilisierte. Für den nötigen Nachschub an Atemschutzgeräten sorgte der Abrollbehälter Atemschutz der Kreisfeuerwehrzentrale.
Ebenfalls alarmiert wurde die Drohneneinheit der Feuerwehr Hövelhof, die mit ihrer Erkundungsdrohne die Führungsarbeit der Einsatzleitung mit Übersichtsaufnahmen der Brandstelle unterstützte. Sehr hilfreich waren die Aufnahmen mit der Wärmebildkamera, die aus luftiger Höhe detaillierte Angaben über heiße Stellen im Dachbereich lieferte. Teilweise mussten große Teile der Dacheindeckung von der Drehleiter aus und über Steckleitern von Hand entfernt werden, um die Glutnester im Dachstuhlbereich löschen zu können.
Gegen 1.15 Uhr war das Feuer unter Kontrolle, so Wittig. Anschließend wurden die betroffenen Gebäude mithilfe von Wärmebildkameras auf versteckte Glutnester kontrolliert, die anschließend einzeln abgelöscht wurden. In den Morgenstunden sorgte die Johanniter-Unfallhilfe (JUH) aus Paderborn für die Verpflegung der eingesetzten Kräfte.
Die Polizei nahm noch in den frühen Morgenstunden des Montags ihre Ermittlungen zur Brandursache auf. Mutmaßlich ist das Feuer durch einen technischen Defekt im Bereich des Carports ausgelöst worden. Das Wohnhaus ist aktuell nicht bewohnbar. Der Sachschaden wird auf einen mittleren sechsstelligen Betrag geschätzt, teilte die Polizei mit.
Text: Ralph Meyer, Fotos: Ralph Meyer, Feuerwehr Lichtenau.